Frau Ministerin Svenja Schulze

Frau Ministerin, es geht in die Richtung, ist aber natürlich auch Ihrer politischen Position geschuldet, zeigt aber zumindest dass Sie diese gut ausfüllen hier.

Ich kenne die Probleme aus vielen Bereichen und leider scheitern Ansätze oft daran, dass man mit den Beteiligten spricht, aber mit niemanden der eine Metaebene einnimmt die echte Lösungen ermöglicht und nicht nur Beteiligte befriedigt.

Nun, ich will konkreter werden:

Als ersten wichtigen Schritt sehe ich Aufklärung und Fakten die Bennung von Fakten, da bin ich bei Ihnen. Dies ist bei einem Teil der Beteiligten leider defizitär, auch sicherlich bei Gesprächspartnern. Tägliche Veröffentlichungen zeigen dort einen Strom an vielfältigen „Fake“News rund um den Themenbereich. Leider werden darauf doch nicht wenige Positionen begründet.

Weiter sollten gemeinsame Ziele fixiert werden. Ziele die fundiert sind. Dazu zählt bei der Ernährung besonders die Aufwendungen die relevant sind für die Ausgestaltung einer auch zukünftig lebenswerten Welt. Ich sehe dort weit oben die Sache mit den Nährstoffen, denn wir müssen noch immer 67% Nährstoffe ersetzen, die unsere Art zu wirtschaften verschwendet, vergeudet und meist mit viel Umweltfolgen aufwendig erzeugt hat. Von strengeren Düngevorschriften zu sprechen mag richtig sein, doch erscheint dies so, als würde Düngung etwas sein, das verhindert werden muss. Es muss richtig gedüngt werden und dazu zählt in erster Linie, dass wir Nährstoffkreisläufe wieder schliesen, so dass auf Importe und möglichst jede „künstliche“ Düngemittel Zufuhr unnötig wird und der Raubbau an der Ressource Boden beendet wird. Dies gilt auch für die EU-Biolandwirtschaft die wieder zum Ursprung zurück finden muss, der im ökologisch – dynamischen Landbau lag. Wege dahin gibts einige, doch kaum einer der besseren Wege bekommt Raum in der aktuellen Diskussion.

Ja, es ist wichtig, sich dabei auch um Insekten zu kümmern, als Imker weis ich um die Probleme, doch der oft als Lösung genannte Bioanbau mag besser sein, doch er ist für die Insekten letztendlich auch oft nur eine Agrarwüste auf dutzenden Hektar. Wir brauchen eine vielfältig strukturiertere Landwirtschaft und nicht nur Bioäcker deren Randstreifen im Sommer ebenso gemulcht werden, wie die der Konventionellen und beraubt damit die oft letzten Rückzugsfllächen der Artenvielfalt. Meine Bienen, umgeben von rund 1000 ha Bioanbau, Weiden und FFH Gebiet ist so armseelig geworden, dass es spätestens ab August kein Futter mehr für meine Bienen gibt um den Wintervorrat an Pollen aufzubauen.

Nur zwei Punkte von vielen die noch kommen müssen, um echte Lösungen zu finden.

So würde ich mich freuen, wenn der „Green Deal“ wirklich aus einem Dialog zustand kommt und auch Gesprächspartner einschliest, die ausserhalb ihres Faches Probleme erkennt und einbeziehen können. Nur so wird es eine Lösung geben können, von der letztendlich wir alle, Verbraucher, Umweltschützer und Landwirte wirklich profitieren können.

„Es ist erschreckend, wie polarisierend die Debatte zu Umweltschutz in der Landwirtschaft in letzter Zeit geführt wurde. Wir kommen nur weiter, wenn wir miteinander anstatt übereinander reden, uns gegenseitig zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Umso wichtiger sind Termine wie der Agrarkongress heute, auf dem ich wie jedes Jahr auch mit zahlreichen Vertretern aus der Landwirtschaft diskutieren werde. Um es vorwegzunehmen: Ich habe Verständnis für den Unmut vieler Landwirte, die nicht nur durch immensen Preisdruck in eine Sackgasse getrieben wurden, sondern auch durch eine Agrarförderung, die seit Jahrzehnten auf Wachstum, Konzentration und Weltmarkt ausgerichtet ist.

Ich möchte gemeinsam einen Weg raus aus dieser Sackgasse finden. Einen Weg, der die Zukunft der Landwirte sichert – aber auch die Interessen der Gesellschaft berücksichtigt. Denn bei allem Verständnis: Wir können die Landwirtschaft nicht aus der Verantwortung entlassen, die sie trägt. Nitrat-Belastung des Grundwassers, massiver Pestizideinsatz und Insektensterben sind Probleme, die uns alle angehen! Um diese Probleme zu lösen, sind folgende Punkte wichtig:

☑️ Fairer Dialog: Ich suche immer wieder das Gespräch mit Landwirten, mit vielen von ihnen stehe ich regelmäßig in gutem Austausch, zuletzt habe ich in Telgte lange mit Teilnehmern der Trekker-Sternfahrt diskutiert. Wichtig ist mir aber, dass die Debatte sachlich bleibt. Persönlich verletzende Kommentare, wie ich sie hier auf Facebook öfter lese, oder Pfeifkonzerte, die das Gespräch ganz und gar verhindern, schaffen keine Verständigung, sondern spalten nur. Ich stelle mich dem Dialog – erwarte diese Dialogbereitschaft und den respektvollen Umgang miteinander aber eben auch von beiden Seiten.

☑️ Bereitschaft zu Veränderungen: Und zwar einerseits beim Verbraucher, der bereit sein muss, faire Preise für gute Produkte zu zahlen. Anderseits in der Politik, die die Agrarförderung so gestalten muss, dass die Gelder zu einer nachhaltigen und umweltschonenden Landwirtschaft beitragen anstatt Umwelt-Probleme zu verschärfen. Klar ist: Umweltschädliche Produkte dürfen letztendlich nicht billiger sein als ökologische.

☑️ Probleme beim Namen nennen: Nein, die Landwirtschaft ist nicht allein verantwortlich für die oben genannten Umwelt-Probleme. Das behauptet auch niemand. Genauso wenig hilft es aber, die Probleme zu verharmlosen oder aussitzen zu wollen. Agrarpolitik muss die Umweltbelastungen, die die Landwirtschaft verursacht, ehrlich benennen und sie abstellen.

☑️ Klare Regeln: Neben einer Reform der Agrarförderung braucht es politische Vorgaben: Dazu zählen strengere Düngevorschriften, der Ausstieg aus Glyphosat, Vorgaben bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und die konsequente Umsetzung des Aktionsprogramms Insektenschutz. Hier werde ich als Umweltministerin nicht lockerlassen.

Mein Ziel ist ein Gesellschaftsvertrag von Umwelt und Landwirtschaft, der den jahrzehntelangen Stillstand, das bisherige Gegeneinander in der Agrarpolitik überwindet. Eine Landwirtschaft, die umweltgerecht ist und eine Agrarförderung, die den Umweltschutz angemessen belohnt – davon profitieren wir alle, Verbraucher, Umweltschützer und Landwirte.“

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