Tag der Umwelt 2013: Politik mit Gestalten

Es wird immer fraglicher, ob wir mit der Energiewende wirklich noch den Bogen hinbekommen. Anlässlich den Ereignissen rund um den heutigen „Tag der Umwelt“ der unter dem Motto „Energiewende mitgestalten – Energie clever nutzen!“ steht, wundert doch so manche Äusserung etablierter Politiker, betrachtet man sie im Zusammenhang. Da ist das gestern gescheiterte Gesetz der Koalition, die zumindest Fracking zur Gasgewinnung ansatzweise in gewissen Gebieten untersagt und eine Umweltverträglichkeitsprüfung festgeschrieben hätte. Unverständlich, denn selbst für Frackingbefürworter sollte zunmindest diese eigentlich selbstverständlichen Forderungen Grundlage allen Handelns sein.

Wenn man aber nun erwartet, dass Parteien wie die SPD oder die Grünen sich klar gegen Fracking positionieren, hat man sich getäuscht. Selbst der Koalitionsvertrag zwischen den beiden in Niedersachsen wo sie alle Freiheiten gehabt hätten, geht nicht über eine Umweltverträglichkeitsprüfung und der Ablehnung in Wasserschutzgebieten hinaus.

Die Piraten sind die einzige Partei, die sich klar gegen Gasgewinnung durch Fracking aussprechen, und dies ohne Wenn und Aber.
Fracking verlängert das fossile Zeitalter unnötig. Billiges Gas verdrängt generative Kraftwerke und erhöht durch die inzwischen bekannten Verlagerungseffekte die CO2 Emission. Die Folgen dieser Emissionen spüren wir Deutsche eben wieder all zu deutlich.

Es ist Hochwasserzeit in Teilen Deutschlands und so mancher Ministerpräsident und Spitzenpolitiker mahnt dieser Tage die veränderte Wettersituation an, spricht von Rekordpegelständen, so auch der Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalts Reiner Haseloff (CDU) und plätschert: »Die Klimaveränderungen sind dramatischer als man denkt«

Dankeschön Herr Minsterpräsident, wie war das mit den neuen Kohlekraftwerken, die letztendlich mehr CO2 ausstossen als die Alten und die Stromleitungen verstopfen?

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Showdown Energiewende?

Die Strompreise steigen weiter und Bundesumweltminister Peter Altmaier hat nun mit Wirtschaftminister Rösler einen Schulterschluss gegen weiter steigende Strompreise iniitiert.

Leider sind die vorgeschlagenen Maßnahmen in erster Linie ein Wahlkampfmanöver, das daruf abzielt das Thema Strompreise und Energiewende aus dem Wahlkampf heraus zu halten und zum anderen den „Schwarzen Peter“ für die zukünftigen Preissteigerungen der Opposition, also der SPD und den Grünen zu zuschieben, die im Bundesrat tatkräftig entscheiden.

Die Folge der Altmaierschen Vorschläge wird sein, dass die Investiton in die Energiewende und generative Stromerzeugung zurück gehen werden. Keine Bank finanziert bei unsicheren Einnahmebedingungen. Kein kleiner PV-Anlagenbetreiber baut weiter mit viel privatem Geld PV-Anlagen aufs Hausdach, wenn er für den selbstverbrauchten Strom zusätzliche Abgaben zahlen muss. Dieser Irrsinn kann nur Widerstand erzeugen, und dann werden die Minister fröhlich grinsen und die Schuld der Preissteigerungen den Kritikern zu schieben.

Hier haben wieder einmal die alten Interessen gewonnen. Es zeigt, dass wieder verkannt wurde, dass der Strompreis durch die erneuerbaren Energien billiger wurde und wird und dass sinnvolle kostensenkende Maßnahmen, wie der lokale Eigenverbrauch, zu Gunsten der großen Versorger torpediert werden.

Anstatt endlich über wirkliche Maßnahmen die die Energiewende beflügeln und die Kosten für alle senken zu sprechen, Konzepte zu erarbeiten, finden wieder die politischen Machtspielchen gegen uns Bürger statt.

Ich habe es satt.

Wir haben fast 3000 MW installierte Leistung Biogas am Netz. Die Biogas-Motoren laufen 24 Stunden am Tag und verstromen das erzeugte Biogas. Man kann über Biogas urteilen wie man will, man kann die Teller-Tank Diskussion berechtigt führen, doch unbestritten muss man anerkennen, dass Biogas ein ideal speicherbarer Energieträger ist, der momentan völlig falsch genutzt wird.

Anstatt ihn nur dann zu verstromen wenn der Strombedraf hoch ist und die Leistungsfähigkeit von Wind- und Solaranlagen reduziert ist, verbrennen wir das Biogas in den Motoren auch dann, wenn bereits Sonnenstrom alleine ausreichen würde den Bedarf zu decken. Eine Situation die erstmalig im Jahr 2012 auftrat und zukünftig zum Normalfall werden wird.

Wir müssen dringend daran arbeiten Biogas zu speichern und nur dann zu verstromen, wenn wir Strom benötigen. Doch es geht noch weiter. Ein Biogasmotor beim Landwirt hat einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad als beispielsweise ein hocheffizientes
Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk (GuD), das schon bei über 60% liegt.
Würden wir das Biogas etwas aufbereiten und in das bestehende Erdgasnetz und die bestehenden Gasspeicher einspeisen und an den insbesondere in Süddeutschland liegenden AKW-Standorten moderne hocheffiziente GuD-Kraftwerke bauen, hätten wir nicht nur die knapp 3000 MW Strom ideal regelbar im Netz, sondern mindestens 50% Wirkungsgradgewinn.
Wir sprechen hier über die Leistung von rund 3 Atomkraftwerken, die als regelbare Stromquelle eine ideale Ergänzung zu PV-und Windkraftanlagen bieten kann, ohne dass wir dafür irgendeinen Netzausbau benötigen.

GuD-Kraftwerke können in nur rund 2 Jahren betriebsfertig errichtet werden. Zu einfach, zu günstig und deshalb will es keiner.

Weiter gilt es ein neues Preismodell zu entwickeln, denn bisher werden Preise nach Verbrauch gestaltet. Das war auch wichtig, denn die Hauptkosten bei Kohlekraftwerken bedingt der Kohleverbrauch, also die Betriebskosten. Bei den Sonnen- und Windkraftanlagen haben wir allerdings keinerlei Kosten für die Energieressource, ebenso bei den Speichertechnologien, die Stomüberschüsse speichern deren Vergütung heute bereits häufig negativ ist.
So bieten sich Stromflatratemodelle für Haushaltskunden fast an, um sichere Refinanzierungsmöglichkeiten zu schaffen. Dies auch als Kapazitätsmarkt beschriebene Modell könnte der Einstieg in eine energieliebende Gesellschaft werden, die ohne Ressorucenzerstörung genug Strom bereit stellt und für billige Energie sorgt.

Bernd Schreiner

Externe Links: http://de.wikipedia.org/wiki/Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk

Bernd Schreiner diskutiert mit Umweltminister Peter Altmaier

Peter Altmaier, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, wird am 20. Dezember 2012 um 20:00 Uhr zu Gast auf dem Online-Diskussionspodium „Mumble“ sein und mit Piraten und interessierten Gästen diskutieren. Als Themen der Diskussion sind u. a. die Energiewende, Energiespeichersysteme, der Atomausstieg und der Netzausbau vorgesehen.

Für die PIRATEN werden u.a. Bernd Schreiner, umweltpolitischer Ansprechpartner der PIRATEN Thüringen und Koordinator der AG Umwelt, sowie der Parteivorsitzende der Piratenpartei Deutschland, Bernd Schlömer, teilnehmen.

In Deutschland wird die Energiewende geplant. Um den Wandel erfolgreich zu bewältigen, muss die bestehende Energie-Infrastruktur erneuert und ausgebaut werden. So setzt die Abschaltung nuklearer Kraftwerke z.B. den Neubau von Speicherkraftwerken/Stromspeicher für generative Energien voraus.

Die Energiewende stellt Deutschland vor enorme Herausforderungen. Die PIRATEN wollen deswegen eine möglichst breite gesellschaftliche Debatte anregen.

»In der Energiewende liegt ein enormes wirtschaftliches Potential für unser Land. Wer die Energieversorgung seiner Wirtschaft als erster unabhängig von fossilen Energieträgern macht, eröffnet sich einen weltweiten Zukunftsmarkt«, führt Bernd Schreiner aus.

Um der Podiumsdiskussion folgen zu können, ist die Installation der Sprachkonferenz-Software „Mumble“ notwendig. Mit dieser Software ist auch eine Beteiligung an der anschließenden Diskussion möglich. Alternativ kann eine Audio-Liveübertragung (Audiostream) verfolgt werden. Fragen an die Experten können bereits jetzt in einem Online-Textdokument (Piratenpad) hinterlegt werden.

Originalartikel

Wer Offshore-Windkraft bevorzugt, hat Energiewende falsch verstanden

Der Bundestag hat dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Neuregelung der energiewirtschaftsrechtlichen Vorschriften zugestimmt. Übertragungsnetzanbieter sind damit bei einer verspäteten Netzanbindung gegenüber den Anlagenbetreibern nur noch beschränkt haftungspflichtig. Ein Großteil der möglichen Entschädigungszahlen wird zukünftig auf den Verbraucher abgewälzt [1]. Die Piratenpartei Deutschland kritisiert die damit einhergehende, nicht zeitgemäße Förderung von Offshore-Windanlagen.
»Offshore-Windkraftanlagen verteuern die Energiewende und den Strom für die Bürger unnötig. Gleichzeitig wird an der fragwürdigen Entlastung der Konzerne bei den Strompreisen nicht gerüttelt. Das Interesse der Regierung an einem schnellen und konsequenten Umstieg hin zu einer günstigen und umweltfreundlichen Energieversorgung scheint trotz steter Lippenbekenntnisse sehr gering«, kommentiert Bernd Schreiner, Koordinator der AG Umwelt in der Piratenpartei Deutschland, die Entscheidung.
Schon heute erzeugen die bereits vorhandenen Wind- und Photovoltaikkraftwerke einen bisher nicht nutzbaren Überschuss, allein im Bereich des Windstromes z.B. von 400 Gigawattstunden.
»Wenn etwas gefördert werden muss, dann der Aufbau einer Speicherinfrastrukur. Auch regelbare, regenerative Energiequellen wie z.B. Biogasanlagen müssen endlich sinnvoll in das Energiekonzept einbezogen werden«, so Schreiner weiter. [2]
Quellen:
 [2] Wahlprogramm Umwelt – Kapitel Energieversorgung: http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2013/Wahlprogramm#Energieversorgung