Ein Weg in die bessere Zukunft. Teil 1

Ein Weg in die bessere Zukunft. Teil 1

Meine Landwirtschaft -und das ist natürlich eine temporäre Meinung, denn täglich gibts neue Erkenntnisse die Einfluss nehmen- ist, dass wir so nicht weiter machen können. Weder Konventionell, noch Bio, noch im Umgang mit den Nährstoffen oder den Böden.

Die Landwirte in meiner Vorstellung, egal ob groß oder klein von der Betriebsgröße her, bewirtschaften Äcker, die rund alle 50m von einem Baumstreifen durchzogen werden, der sich im Unterholz mit Heckengehölzen schließt. Die Vorteile für Mikroklima, Wasserversorgung, Nährstoffe sind wichtig um den Wandel des Klimas stabilisierend entgegen zu wirken. Winderosion wird massiv reduziert ebenso wie dadurch die Biodiversität und Degradation extrem positiv beeinflusst werden. Bewachsene Ackerränder unterstützen dies. Wir verzichten auf den frühen Schnitt von Grünflächen und Randbegrünungen, lassen Wildkräuter ausblühen und achten auf ganzjährigen Bewuchs der Flächen. Bodenbearbeitung und Entwässerungen, Umnutzungen von Feuchtgebieten wird entgegen gearbeitet und ehemalige, strukturbildende werden Naturräume wieder hergestellt.

Die Nährstoffe die wir durch die Ernte vom Acker holen, führen wir in Kreislaufsystemen zurück ohne die natürlichen Ressourcen langfristig zu schmälern.

Dazu werden in unseren städtischen Regionen die Abwassersysteme umstrukturiert. Urin wird vom Kot abgetrennt, im WC, in Einzelanlagen oder gesamten Gebäuden und getrennt von den restlichen Abwässern zwischengelagert. Nachts, wenn die Kanäle kaum für normale Abwässer benötigt werden, wird der Urin abgeleitet und an den Klärwerken dann für die Nutzung durch die Düngemittelindustrie bereit gestellt. In ländlichen Regionen kann in den Haushalten Urin in Tanks ähnlich wie Regenwasser gespeichert werden und von Tankfahrzeugen gesammelt oder direkt in der lokalen Landwirtschaft verwendet werden. Die häuslichen Abwässer kleiner Kommunen werden in biologischen bepflanzen Bodenfiltern gereinigt und lokal dem Wasserkreislauf zugeführt.
Technische Klärwerke werden energieneutral oder mit Energiegewinn in dicht besiedelten Gebieten betrieben und alle Abwässer mit hoher Belastung an Schadstoffen oder besonderen Verunreinigungen werden getrennt gesammelt, wenn möglich energetisch genutzt und aufbereitet. Alle anfallenden Stoffe inklusive den restlichen Nährstoffen werden bioverfügbar gemacht oder recycelt.
Die Landwirte müssen für ihre Ackerflächen einen gewissen Viehbestand nachweisen, der für den biologischen Anteil der Nährstoffkonzentration sorgt, ebenso müssen Tierhalter Flächen für die artspezifische Ernährung nachweisen und der Viehbesatz ist Betriebsflächen abhängig begrenzt. Die Besatzdichte wird lokal je nach Bodenart und weiteren Faktoren festgesetzt. Zugekaufte Düngestoffe unterliegen einem Monitoringverfahren bis zu ihrer Ausbringung.

Die tierischen Ausscheidungen sollen vor der Ausbringung mögliches energetisch genutzt werden. Dazu ist das damit erzeugte Biogas aus den Fermentern in Speichern vorzuhalten und bei Flauten von Wind und Sonnenkraftwerken wird dieses verstromt und ins Stromnetz eingespeist. Eine direkte Einleitung in ein Erdgasnetz ist ebenso erwünscht. Biogasanlagen verwerten ausschlieslich Rest- und Abfallstoffe, wie Altfette.

Den Böden muss ausreichend Kohlenstoff zugeführt werden, Biokohle aus kommunalen Grüngut kann dabei unterstützen. Wichtig ist die Zufuhr von biologischem Dünger mit hohen Restanteilen an Kohlenstoff wie durch Stallmist. Die Ernährung muss artspezifisch erfolgen, Wiederkäuer bekommen primär Rauhfutter und keine mastbeschleunigenden oder milchleistungssteigernden hochenenergetischen Futtermittel. Ausschließlich betriebseigene und Reste der Lebensmittelhertellung sollen Verwendung finden, dazu zählt beispielsweise betriebseigenes Ausputzgetriede, also nicht verkaufsfähige Chargen aus der Getreidereinigung.

Wir achten die Landwirte und ihre Aufgabe für die Böden und unsere Ernährung, unterstützen sie bei ihrer Betriebsführung und verurteilen sie nicht wegen ihrer Betriebsgröße, dem Maschineneinsatz oder der Größe der Gerätschaften. Wichtig ist nicht die Betriebsgröße, sondern die Betriebsweise und Integration in den Kreislauf der beteiligten Stoffe. Es liegt im Interesse jedes Landwirtes mit seinen Produktionsressourcen nachhaltig umzugehen, wir müssen ihnen die Möglichkeiten dazu bereitstellen, auch um hochwertige Nahrung als Gegenleistung zu erhalten.
Wir sehen den großen Anteil der Böden am Klimageschehen und erkennen an, dass eine nachhaltige Landwirtschaft einen positiven Beitrag leistet, die menschgemachten Auswirkungen auf das Klima zu begrenzen und zu reduzieren. Dazu gehört insbesondere die Nutzung der Weideflächen durch Weidetiere als CO2 Senke und den Ersatz industriell erzeugter Düngemittel und der ganzjährige Bewuchs von Ackerflächen.

Die Flächenkonkurrenz mit der wachsenden Besiedlungsfläche, den vorgeschriebenen Ausgleichsflächen muss beendet werden. Wir müssen unser städtebauliches Siedlungswesen ebenso in die Umwelt integrieren und lokale Versorgungsstrukturen auch in den Städten direkt schaffen. Neuartige Produktionsweisen wie Indoor Farming, Aquaponic können in den Städten die Versorgung mit Frischer Nahrung sichern und anfallende Nährstoffe nutzen.

Wir diskutieren gemeinsam auf ehrlicher Basis und erkennen, dass nur die Integration des menschlichen Dasein in die sich mehrenden natürlichen Kreisläufen langfristig ein nachhaltiger Weg ist, die Ernährung aller Menschen zu sichern. Dazu gehören eine belastbare Datenbasis zu den Kenngrößen der landwirtschaftlichen Sektoren. Gerade daran mangelt die heutige Diskussion und wir nehmen leichtfertig weitere negative Entwicklung in Kauf.

tbc

Bernd

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