Der Umbau kann gelingen!

Inzwischen wissen eigentlich alle, – wir müden handeln. Jedes Nichthandeln erhöht den Druck, die Probleme und lastet uns immer höhere Aufwendungen auf, Änderungen zu bewirken. Es ist der Klimawandel als Symbol der gescheiterten Wirtschaftsweise. Wir wirtschaften auf Basis von Verschwendung, Vernichtung und Zerstörung, vergiften die Umwelt und erwarten damit gute Umstände für unser Dasein. Schon der Ansatz lässt einen verwundert zurück, wir erwarten gute Ergebnisse aufgrund schlechter Methoden. Alle Spezies der Erde haben Jahrmillionen lang einen Zustand etabliert der zwar eine tendenziell Entwicklungen aufweist, aber auch Zyklen und Rhythmen. Es lebt die Veränderung in der Stabilität. Das System ist stabil aufgrund einer gewissen Trägheit, letztendlich die der Evolution. Ändern sich Faktoren schnell oder schlagartig, dann kommen auch schlagartig Folgen zum Vorschein. Ob Meteoriteneinschläge oder Vulkanausbrüche, nachweislich haben derartige Ereignisse kurzfristig globale Folgen gezeigt.

Auch wir Menschen sind mit unserer industriellen Entwicklung auf der unsere heutige Gesellschaft begründet liegt, eine derartige schnelle und drastische Einwirkung mit Auswirkungen. Wir baggern Ressourcen ab, wir versetzen Berge, wir graben bohren die tiefsten Löcher und holen Millionen Kubikmeter Material wie keine andere Spezies an die Oberfläche. Wir schaffen neue Substanzen und Arten, in enormen Mengen und entlassen sie meist unkontrolliert in die Welt.

Kennzeichen all dieser Prozesse ist es, dass wir einen Anfang und ein Ende kennen. Wir bergen Rohöl und wir hinterlassen Kohlendioxid. Wir baggern Phosphate ab und schwemmen sie ins Meer oder verbuddeln sie mit Sondermüll in aufgelassenen Stollen. Wir leben in Prozessen die einer Einbahnstrasse in der Natur gleichen. Und damit sind wir einzigartig!
Und dieses einzigartige Problem müssen wir grundsätzlich angehen, wir müssen uns in die letztendlich aufbauenden Kreisläufe der Natur integrieren mit unseren vielfältigen Erwartungen an die produzierte Welt, oder alternativ uns auf die Lebensweisen zurückbesinnen, die noch in diesen Kreisläufen funktionierten, ja gefangen waren aufgrund von alternativen Möglichkeiten. Dies unterschiedet uns heute von der Situation im 17. / 18. Jahrhundert, wir haben Optionen anders zu Handeln.

Doch wie? Durch Flucht in eine exemplarische Lebensweise, wie es gerade in ist? Man schliesst sich einer Gesinnung an, die einen glauben macht, besser zu handeln, und hinterfragen es oft wenig tiefgründig. Kann dies überhaupt Aufgabe des Konsumenten sein, bewusst zu handeln, bis ins Detail? Ist es bei der Produktionstiefe überhaupt realistisch dies als Einzelner zu leisten?

Ja und nein. Prinzipielle Handlungsweisen sind dabei erwartbar, aber detailliert fundierte, sollten vertrauensbegründet bereit gestellt werden.

Eine dieser Prinzipien hatte ich lange als Signatur, „Reduce, Repair, Reuse, Recycle“ und dies ist grundlegend sinnvoll. Dabei ist jedoch nicht nur ein Verzicht gemeint, sondern eine suffiziente Nutzung der Dinge und die Frage brauche ist das alles überhaupt oder nutze ich es auch vollständig? Kein noch so gut erzeugtes Lebensmittel ist es wert gekauft zu werden, wenn die Hälfte davon im Müll landet und es ist enorm viel was erzeugt wird und nicht genutzt.

Langlebigkeit und lange Nutzungszeiten sind grundsätzlich besser als kurze Erneuerungszyklen. Doch es gibt auch Ausnahmen, wie bei den Kühlgeräten wo ein altes sicher sinnvoll gegen ein enorm energiesparendes neues Modell zu ersetzen ist.

Ein Auto aus den 1980iger/90iger Jahre jedoch ist heute trotz schlechterer Abgaswerte in der Gesamtschau regelmässig günstiger als ein neu produziertes hocheffizientes, das jedoch einen enormen Rucksack an Belastungen aufweist, der die Bilanz stark verschiebt.

Gutes und richtig erzeugtes Fleisch aus der Region ist ein wertvolles Lebensmittel, wenn die Tiere in einem ökologisch-dynamisch wirtschafteten Betrieb wie es in den 1990igern hies, erzeugt wurde. Das bedeutet, dass das Tier mit hofeigenen Futtermitteln versorgt wird, dass der Dung auf die ausreichenden, eigenen Flächen ausgebraucht wird und somit den Ackerfrüchten verfügbar gemacht wird. Derart erzeugte Nahrungsmittel brauchen keinen Kunstdünger und keine Futtermittelimporte aus südamerikanischen Ölpressresten. Sie benötigen einen verantwortlich handelten Metzger vor Ort um Tiertransporte zu vermeiden. Doch dankt der EU-Schlachtverordnung wurden ja derartige regionale Kreisläufe nachhaltig zugunsten der Schlachtindustrie zerstört.

Jeder der Kleidung im Gebrauchtwarenhandel erwirbt tut sicher richtig handeln, ebenso der der gebrauchte Möbel und alte Gebäude nutzbar erhält anstatt neu zu bauen.

Es ist richtig, wenn die ältere Dame ihren kleinen Holzofen zum Heizen des einen Raumes verwendet auch wenn ihr Haus nicht besonders gedämmt ist. Sie lebt sparsam und benötigt dafür weniger Ressourcen als jemand in einer moderne Wohnung, die dauerhaft beheizt und klimatisiert ist, und vielleicht noch täglich lange Arbeitswege im eigenen KFZ bedingt.

Wir benötigen ein Dienstwagenprivileg, das kleine und effiziente Fahrzeuge fördert und nicht den Absatzmarkt der ressourcenintensiven Oberklasse PKWs befördert.

Wir müssen die Abnahmeverträge für Industriestrom angehen, so dass derjenige günstige Preise erhält, der sein Lastprofil an das Erzeugungsprofil der erneuerbareren Energien anpasst.

Wir müssen Transporte innerhalb der Wirtschaft regeln, um lokal wertzuschöpfen, anstatt Halbzeuge mehrfach um die Erde reisen zu lassen. Natürlich ist derartiges massiv technologieabhängig und keiner wird erwarten, dass allerorts Chips produziert werden, doch sollten die Krabben aus der Nordsee an der Nordseeküste gepult werden und nicht in Marokko. Die Wirtschaft benötigt Motivationen Transporte gegenüber ökologischerem Handeln zu vermeiden. Die Umstellung der Wirtschaft auf datenbasierte Gesamtprozesse kann dazu gut genutzt werden.

Grundsätzlich sollten alle Prozesse in die wir Ressourcen investieren, also Dinge produzieren, derart konzipiert werden, dass es keinen Abfall gibt, sowohl in der Produktion wie auch nach der Nutzungszeit.

Vieles davon haben wir nur indirekt oder gar nicht in der Hand. Anderes könne wir selbe tun, in unserer Gemeinde beginnen oder im Land für Veränderungen sorgen.

Lasst uns machen.

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