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62% der Deutschen sehen Big Data skeptisch

Heute ist der moderne Alltag ohne online zu sein nur noch für rund ein fünftel der Deutschen Realität. 80% nutzen das weltweite Netzwerk zu Hause oder mobil meist am smartphone.

Damit hat sich das Leben in den vergangenen wenigen Jahren seit der Einführung des ersten iPhones vor nicht einmal 10 Jahren 2007 stärker verändert als in vielen Jahrzehnten davor.

Wir sind heute immer miteinander verbunden, allways on, immer verfügbar, immer auskunftsbereit, ob über Threema, Whatapp, Skype, Twitter oder Facebook.
Das Handy ist immer an, der Provider weis immer wo wir uns aufhalten, wohin wir gehen und so nebenbei haben wir unzählige Apps die meist für den Handynutzer sehr unklar Daten verschicken.

Über diese Daten und deren Wege die die digitale Revolution ausmachen hat nun das Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation GmbH bei Marktforschungsunternehmen TNS-Infratest eine umfassende europaweite Studie erstellen lassen und die Ergebnisse veröffentlicht.

BigData bekommt damit ganz neue Qualitäten. BigData, Datamining meint das Bergen und Verknüpfen von Daten, die zusammen völlig „neue“ Erkenntnisse aufzeigen.

Weis der Mobilfunkprovider wo wir lang laufen und die Bankingapp wieviel Geld wir auf dem Konto haben, kann kann einem ganz einfach ein passendes Angebot vom dem Landen vor dessen Schaufenster wir gerade stehen eingeblendet werden.

Der Film „Minority Report“ hat ja da so einige Augen geöffnet.
Im zukünftigen Alltag werden unsere Krankenkassentarife, die Automobilversicherung und vielleicht sogar unsere Einkaufsmöglichkeiten durch BigData verändert werden. Und viel mehr.

Daten nutzen ist positiv

Dabei ist die intelligente Datennutzung eigentlich eine gute Sache. Jeder kann ein persönlich angepasstes Produkt erwerben, es kann passende Werbung die nicht langweilt eingeblendet werden oder die Filmauswahl beim Streamingdienst weis, das du Dienstags am liebsten eine Serie schaut die Spiel, Spass und Spannung birgt, und blendet fier den Horrorfilm gar nicht ein.

Das Leben kann soviel leichter und bequemer werden, wenn dein Auto mit der Ampel kommuniziert und dabei auch deinen Terminkalender berücksichtigt und bei Verzögerungen das Hotel informiert oder zu Hause die Heizung entsprechend regelt.

Unzählige neue Geschäftsmodelle werden denkbar und ich sehe da sehr viel Positives. Selbst unsere Gesundheit kann dadurch verbessert werden, indem die Früherkennung Vorsorge und Vorbeugung ermöglicht.

Warum habe ich dennoch ein Problem damit?

Ganz einfach, weil jeder Mensch in unsere für eine Demokratie unter freiheitlichen Gesichtspunkten einen privaten Raum benötigt, der es erlaubt, Gedanken zu denken, Dinge zu tun, Sachen zu haben, zu kommunizieren, ohne dass dies irgendwo gespeichert und ausgewertet wird.

Gibt es dies nicht mehr, verändert sich unser Verhalten, wir schreiben in E-mails nicht mehr all das was wir denken, wir sprechen nicht mehr aus, was kritisch sein könnte, wir laufen nur noch mit der Masse über den großen Platz, denn als Kofferträger aufzufallen löst heute schon mal einen Bombenalarm aus.

Nur noch 17% der Deutschen geben in der Studie an, das Gefühl der Kontrolle über die persönlichen Daten zu haben.

Freiheit und Sicherheit benötigt die Privatsphäre. Und heute benötigen wir eine Digitale Privatsphäre, die sicherstellt dass unsere eigenen Vier Wände, wie man so gerne sagt, eben auch unsere Dropbox irgendwo im Web einschließt, wie früher due Schreibtischschublade zuhause.

Wir müssen das Grundrecht auf digitale Unversehrtheit unser Daten sichern, wir müssen das Kommunikationsgeheimnis auf die digitale Welt ausbreiten. Keinesfalls kann gelten, dass es schon zu spät ist. Für die Freiheit ist es nie zu spät!

Mit diesem Grundrecht bekommen wir wieder die Hoheit über unsere Daten. Jedem, egal ob Provider oder Anbieter ist es generell untersagt, Daten die anfallen über den eigentlichen Zweck hinaus zu nutzen.

Dazu ein Beispiel:

Der Handyprovider darf alle Daten nur nutzen um technisch die Verbindung zum Endgerät zu ermöglichen und zur Abrechnung seiner Leistung gegen über dem Kunden. Er darf die anfallenden Bewegungsdaten per default jedoch nicht dem Stauwarndienst oder eben dem Werbeanbieter zur Verfügung stellen. Da ich die Stauwarnung eigentlich ganz ok finde, kann ich als Nutzer entscheiden und klicken, dass mein Bewegungsprofil wenn ich im Auto fahre anonym dem Stauwarndienst gemeldet werden. Ich entscheide damit.

Und ich glaube, viele würden sich aktiv beteiligen, gerade wenn sie die Vorteile für sich auch erkennen können. Die Studie zeigt dabei schon heute, dass 44% der Deutschen Teilnehmer für personalisierte Werbeangebote aussprechen.

Sehr auffällig ist dabei, dass das Vertrauen in Staat und seine Dienste sehr gering ist. Nur 13% fühlen sich wohl dabei, zu wissen dass die Polizei Daten zum Fahrverhalten sammelt, um Verkehrssünder zu identifizieren und selbst bei unkritischeren Fragestellung wie dem zu Smartmeter im Zählerschrank sehen nur 28% positiv entgegen.

Wir haben jetzt einen großen Handlungsbedarf, denn einerseits erfordert es unsere freiheitliche Demokratie dass wir sie und uns beschützen, zum anderen werden wir abgehängt wenn wir nicht jetzt in die digitalisierten Märkten mit all ihren Möglichkeiten einsteigen und die Menschen dabei mitnehmen. Dazu gehört Vertrauen.

Wir können es uns nicht länger leisten, Freiheit gegen Sicherheit auszuspielen, und all dies letztendlich im Namen des Terrors, der vor 15 Jahren einer der Hauptauslöser für die Intensivierung der Überwachung war.

Mehr zu Thema: Die Digitale Privatsphäre

Link zur kompletten Studie

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